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Fraktionsporträt: Basilea – Ein Reich unter den Augen der Götter

Letzte Bastion der Menschheit, Erbe des versunkenen Primovantor, von lebenden Göttern behütet. Wie ein verzweifelter Schwur Basilea schuf und wer heute in seinen Heeren kämpft – von Men-at-Arms und Paladinen bis zu Engeln und Schwestern auf Panthern.

Über Golden Horn, der Hauptstadt Basileas, ist der Himmel selten leer. Zwischen den Kirchtürmen kreisen goldene Gestalten – geflügelte Wesen in schimmernden Rüstungen, so schön, dass es schwerfällt, sie anzusehen. Die Bewohner der Stadt blicken kaum noch auf. Sie sind es gewohnt. Seit neunhundert Jahren leben sie in einem Land, dessen Götter man nicht aus Predigten kennt, sondern als Nachbarn.

Das erklärt vieles an den Basileanern. Ihre Frömmigkeit, ihr Selbstbewusstsein und ihren Hochmut.

Erster Teil: In der Nachfolge der Republik

Das große Primovantor

Wer Basilea verstehen will, muss bei dem beginnen, was es einst war. Und es war Teil von etwas weitaus Größerem.

Die Große Republik Primovantor war die mächtigste Zivilisation, die Menschen je errichtet haben – und eine der mächtigsten in der gesamten Geschichte Pannithors. Auf ihrem Höhepunkt umfasste sie ein Drittel der bekannten Welt und konnte sich an Größe, Stärke und Pracht mit dem elfischen Elvenholme und den größten Zwergenfesten messen. Regiert wurde sie von einem gewählten Senat mit einem Obersten Konsul an der Spitze. Sie war ein Land großer Kunst und großer Wissenschaft, und die Gelehrten Primovantors waren mit den Celestianern selbst befreundet.

Die Menschen jener Zeit lebten lange und besaßen einen scharfen Verstand. Sie lernten viel von den Elfen und gaben ihnen viel zurück. Von ihrer Bergheimat Primantor aus gliederten sie der Republik ein Land nach dem anderen an – ebenso oft durch Diplomatie wie durch das Schwert. Das Gesetz behandelte alle Bürger gleich, unabhängig davon, ob ihr Land der Republik freiwillig beigetreten oder im Krieg besiegt worden war. Und gerade deshalb blühte die Republik auf. Wer für Primovantor kämpfte, tat es aus freien Stücken, denn er verteidigte ein Land, das er voller Stolz sein Eigen nannte.

Das Ende der Herrlichkeit

Der Götterkrieg verwüstete große Teile der Republik, und die Spaltung der Celestianer traf sie härter als jeden anderen Ort. Dann kam die Eiszeit. Und ausgerechnet der Oberste Konsul Primovantors drängte am lautesten darauf, Winter ein für alle Mal ein Ende zu bereiten – und besiegelte damit das Schicksal seines eigenen Landes.

Der Krieg gegen Winter gab der Republik den Rest. Die Provinzen nördlich des Gebirges Dragon's Teeth zermalmte das Eis zu Lehm, die reichen Länder im Süden verschlang das Meer. Valandor, der Basilea abschirmte, wehrte ab und lenkte um, was er konnte, und dennoch verschwanden riesige Landstriche des alten Reiches unter den Wassern der neu entstehenden Infant Sea. Manche sagen, es sei eine Art Gnade gewesen. Primovantor war zu jener Zeit bereits aufgebläht und zerstritten, und die Große Flut wischte es einfach von der Landkarte.

Nur der östliche Teil überlebte – Basilea. Erhalten blieben auch zwei Zwillingsstädte, hoch auf felsigen Graten erbaut, die die Wellen nicht erreichten: Primantor und Antanavor, die Stadt des Goldenen Horns genannt – das heutige Golden Horn. Primantor steht noch immer als Mahnmal für die Torheiten eines vergessenen Zeitalters – größtenteils eine Ruine, mit Bäumen auf den breiten Boulevards und bewohnten Winkeln, die eher an Dörfer erinnern, verstreut zwischen den Trümmern. Golden Horn dagegen wurde zum Herzen der Wiedergeburt der Menschheit.

Allein gegen alle

Die ersten Jahrhunderte nach der Flut waren für die Menschen ein Albtraum. Die Zwerge zogen sich unter die Erde zurück, fest entschlossen, sich nie wieder in fremde Angelegenheiten einzumischen. Die Elfen zerfielen in die Überreste ihrer einstigen Reiche und kümmerten sich mehr um ihr eigenes Überleben als um das Schicksal der geringeren Völker. Selbst die Shining Ones, die versehrten Überbleibsel der alten Beschützer der Menschheit, waren launisch und unzuverlässig geworden.

Die Menschen waren auf sich allein gestellt. Sie kämpften gegen die Kreaturen des Abgrunds, gegen Horden von Orks und Goblins, gegen die wilden Völker der Steppe. Immer wieder standen sie am Rand der Vernichtung und überlebten nur dank ihrer Sturheit. Die Herrscher von Golden Horn versuchten einer nach dem anderen, ihr Volk gegen die Bedrohungen von allen Seiten zusammenzuhalten – und es gelang ihnen nur mit knapper Not.

Zweiter Teil: Ein Schwur aus Blut

Das Tagebuch von Antovar

Aus jener Zeit ist das Tagebuch des Hegemons Bolisean erhalten. Die letzten Einträge stammen aus dem Feldzug, der bei Antovar endete.

Am siebenundvierzigsten Tag brach das Heer im Morgengrauen das Lager ab. Der Regen hatte die Wege aufgeweicht, aber die Soldaten sangen. Im Dorf Larroway schlossen sich ihnen drei Kompanien Paladine an – „beeindruckende Männer“, notierte der Hegemon. Dreiundzwanzig Bataillone standen unter Waffen, die Reiterei der Schwesternschaft nicht mitgezählt. Bolisean erlaubte den Männern, Feuer zu machen und Suppe zu kochen, und verbrachte den Tag selbst im Gebet und mit Briefen nach Hause. Am Abend erreichten ihn Meldungen über Kämpfe bei der Nachhut. Er wollte ihnen nicht glauben.

Am nächsten Tag marschierte das Heer elf Stunden lang. Es durchwatete einen breiten, seichten Fluss, dessen Wasser schwarz war. Die Soldaten verstummten. Vierzig erkrankten, drei starben. An diesem Tag sang niemand mehr. Bei Antovar fehlte es an Feuerholz, der Himmel brodelte vor Dunkelheit, und es regnete so, wie der Hegemon es noch nie in seinem Leben gesehen hatte. Nachts ließen die Ratten niemanden schlafen.

Vor dem Morgengrauen des neunundvierzigsten Tages griffen die Orks an. Ein Sturmangriff von Reitern auf Gores, verborgen im Tosen des Unwetters, durchbrach die Linie – erst die Ritter konnten ihn zurückschlagen. Die Soldaten jubelten, doch Bolisean wusste, dass es nur eine gewaltsame Aufklärung gewesen war. „Wie konnten die Orks so weit nach Süden vordringen, und das in solcher Stärke?“, fragte er in seinem Tagebuch.

Danach wurde es nur schlimmer. Jeder Ansturm war heftiger als der vorige. Zwischen den endlosen Reihen der Orks tauchten Trolle auf, „und Schlimmeres“. Die Schwestern kehrten nicht zurück. Der Hegemon führte selbst einen Vorstoß gegen die linke Flanke des Feindes, doch die Orks hielten ihn auf und antworteten mit einem Schlag gegen seine rechte. Nach zwei Tagen war das Heer nur noch halb so groß, und die Bataillonskommandeure sahen aus wie Schatten ihrer selbst. „Sie sehen mich jetzt so an, wie ich die Shining Ones ansehe“, schrieb Bolisean beim Licht einer verlöschenden Kerze.

Der letzte Eintrag ist kurz. Die Späher melden, dass der Feind auf allen Seiten steht. Die ausgesandten Boten kehren nicht zurück. Es gibt keine Hoffnung auf Nachschub oder Entsatz. Das Heer wird keinen weiteren Ansturm überstehen.

„Ich höre wieder die Trommeln …“

Der Schwur

Was dann geschah, ging in die Legende ein.

Das Heer des Hegemons war erschöpft, umzingelt und von einer weit größeren Orkhorde abgeschnitten. Seine Leibwache lag zertrampelt im Schlamm, Boliseans Schwert war zerbrochen, und schon donnerte der nächste Ansturm auf ihn zu. Der Hegemon sank auf die Knie, warf den Kopf in den Nacken und schrie in den von Blitzen zerrissenen Himmel. Er flehte die Shining Ones an, herabzusteigen und ihn und sein Volk zu retten. Im Gegenzug bot er ihnen ewige Treue aus tiefstem Herzen an – seine eigene und die seines ganzen Volkes – als den wahren Göttern der Menschheit.

Ob die launischen Shining Ones gerade in guter Stimmung waren oder ob etwas in seinem Schrei sie rührte – das weiß niemand. Vor Bolisean erschien der Geist Domivars selbst, des Sohnes Mescators, des Helden, der am Ende des Götterkriegs die Wicked Ones in den Abgrund gestürzt hatte. Der Geist bat den Hegemon, seinen Schwur zu wiederholen und ihn mit seinem eigenen Blut auf der heiligen Erde zu besiegeln, auf der er kniete. Bolisean zögerte keinen Augenblick. Er schnitt sich die Handfläche am gezackten Ende seines zerbrochenen Schwerts auf, und ein paar Tropfen Blut versickerten im nassen Schlamm.

Die Antwort kam sofort. Der Regen hörte mit einem Krachen auf, als wäre der Himmel selbst geborsten, und ein blendender Blitz tauchte alles in grelles Licht. Als sich die Augen der Soldaten wieder an das Grau gewöhnt hatten, sahen sie Tausende von Elohi über sich – geflügelte Krieger, die Wächter der Shining Ones. Die Orks zögerten. Dann starben sie. Die herrlichen und schrecklichen Wesen stürzten sich mit einer Wut auf sie, der nicht einmal die Wildheit der Orks gleichkam.

Der Pakt war mit Blut besiegelt. Auf jenem blutigen Feld, am Rand der Länder, die die Männer von Golden Horn verteidigten, wurde das Königreich Basilea geboren, und Bolisean wurde der erste Hegemon eines neuen Menschenreiches. Seit jenem Tag ist Basilea das letzte strahlende Bollwerk der Menschheit, Mittelpunkt menschlicher Macht und Gelehrsamkeit und Hüter der Traditionen Primovantors, in dessen Schatten es noch immer lebt.

Dritter Teil: Die Hegemonie heute

Götter auf dem Gipfel des Kolosu

Die Shining Ones – die edlen Aspekte der einstigen Celestianer, die bis heute überdauert haben – wohnen auf dem Gipfel des Berges Kolosu. Er ist eine unfassbar hohe Säule aus Stein, von der aus die Götter über die Hegemonie wachen. Selbst zeigen sie sich selten. Meist schicken sie einen Avatar oder einen Boten und, wenn die Lage es verlangt, ihre Diener, die den Armeen Basileas zu Hilfe eilen.

In Basilea stehen noch einige Tempel der alten Celestianer, doch der Kult der Shining Ones bestimmt das tägliche Leben. Der Hegemon ist zugleich König und Hohepriester. Nur er darf sich unmittelbar an die Götter wenden.

Ein Land, dessen Götter leibhaftig erscheinen, muss fromm sein. Und es kann kaum anders, als eingebildet zu sein – Hochmut stellt sich leicht ein, wenn man solche Mächte im Rücken hat. Golden Horn ist voller Kirchen, und der Glaube hat auch in weltlichen Dingen gewaltige Macht. Die Basileaner wissen genau, dass die Hegemonie die letzten neunhundert Jahre dank des Schutzes der Shining Ones überstanden hat, und sie werden es so bald nicht vergessen.

Das reichste der Menschenreiche

Basilea ist ein Land, in dem die Zeit stehen geblieben ist. Konservativ, von Ritualen gelähmt – und doch spiegelt sich in ihm noch ein wenig vom alten Glanz Primovantors. Seine Städte sind die größten, seine Fürsten die reichsten und seine Magier die mächtigsten aller Menschenreiche. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es so viele Magierkollegien wie hier.

Der Reichtum kommt von der Lage. Durch Basilea führen Handelswege – etwa die Copper Road, die die Ardovikian-Ebene mit der Hegemonie verbindet –, und die kleineren Staaten ringsum leben unter seinem Schutz. An Größe und Erhabenheit wird es dem alten Primovantor nie gleichkommen, aber es gehört zu den reichsten Ländern Manticas, vielleicht sogar ganz Pannithors.

Schatten unter dem Gold

Basilea hat auch seine dunkle Seite.

Freies Denken ist hier nicht gern gesehen, und die Kultur ist seit Jahrhunderten in derselben Form erstarrt. Von Zeit zu Zeit erfasst eine Panik das Land, sobald von Agenten der Wicked Ones die Rede ist – und dann sterben Schuldige wie Unschuldige bei Massenertränkungen in den Läuterungsbecken. Allein die Andeutung, Valandor und der schrecklichste der Herren des Abgrunds, Ba'el, seien untrennbar miteinander verbunden, wird hier mit dem Tod bestraft.

Auch regiert der Hegemon nicht ohne Widerspruch. Blutfehden sind nur allzu häufig, angefacht von Ehre und einem religiösen Eifer, den nichts zu löschen vermag.

Und oben auf ihrer Steinsäule sehen die Shining Ones zu und schweigen meistens. Die einen nennen sie Beschützer der Menschheit. Die anderen launische Unsterbliche, die mit dem Leben niederer Wesen spielen.

Die Nachbarn

Basilea hält sich für den einzigen rechtmäßigen Hüter des Erbes Primovantors. Nicht alle sehen das so.

Die Halbinsel Primovantia, die Ruinen der alten Heimat der Republik, ist heute ein Flickenteppich zerstrittener Stadtstaaten. Mal herrschte Basilea über fast die ganze Halbinsel und die Länder westlich davon, mal über so gut wie nichts. Seine wichtigste Waffe ist hier das Gold: Bestechung und Geschenke ziehen wankelmütige Städte unter die Fittiche des Hegemons, und wenn das nicht hilft, bezahlt das Gold Söldnerheere. Im Grunde haben die Reste Primovantors wenig zu bieten. Sie sind arm, und in den Ruinen der Bergfestungen treiben Banditen ihr Unwesen.

Weiter im Westen liegt die Liga von Rhordia, die sich ebenfalls zur Erbin der alten Republik erklärt – und zwar zur politisch und kulturell näheren, weil nicht von der neumodischen Hingabe an die Shining Ones „verdorben“. Wo Basilea auf die launische Gunst der Götter und ihre himmlischen Heerscharen setzt, vertraut Rhordia auf Wissenschaft, Vernunft und Schießpulver. Basileanischer Dünkel ist ihr fremd, deshalb kommt sie mit Halblingen und Zwergen besser aus.

Im Osten leben eben jene Zwerge – und die Beziehungen zu ihnen sind so schlecht wie seit sehr langer Zeit nicht mehr. König Golloch baut ein Reich auf, das schon fast bis an die Mauern Basileas reicht. Sein Neffe Rordin hat die alte Zwergenhauptstadt Dolgarth zurückerobert, beunruhigend nah an basileanischem Gebiet, und sie als Hoher Wächter des Westens zu Gollochs Schild gegen die Hegemonie gemacht. Die Basileaner beobachten das mit wachsender Sorge. Doch nicht alle Zwerge sind Feinde: In Golden Horn leben gleich drei freie Clans, die in ihrem Viertel – das heute vor Flüchtlingen aus allen Nähten platzt – unschätzbare Verbündete und Ratgeber in allen Fragen rund um Golloch bleiben.

Aus dem Norden drängen unablässig die Orks heran.

Vierter Teil: Die Heere des Hegemons

Men-at-Arms

Basilea ist reich, also zieht seine Infanterie mit den besten Rüstungen und den besten Waffen in den Krieg, die man für Geld kaufen kann. Die Men-at-Arms sind das Rückgrat seiner Streitkräfte: das größte und am besten ausgebildete stehende Heer Manticas, Legionen von Tausenden Soldaten, bezahlt aus der unerschöpflichen Schatzkammer des Hegemons.

Die meisten tragen den Koliskos – einen breiten Speer, der schon zu Zeiten der Republik in Gebrauch war – und ein schlichtes, aber wirkungsvolles Schwert namens Daga. Geschützt werden sie von Schuppenpanzern, Plattenrüstungen und großen Flügelschilden, oft mit der Sonne Basileas darauf. Das Heer kämpft an allen Grenzen zugleich, daher fehlt es in den Legionen nicht an Veteranen, die die schlimmsten Kreaturen Manticas gesehen haben, von Chimären bis zu Scheußlichkeiten, über die sie lieber schweigen.

Der Krieg gegen den Abgrund und seine schnellen Kreaturen hat die Basileaner gelehrt, das Schwert höher zu schätzen als den Bogen, doch Schützen haben sie auch. Meist Armbrustschützen – denn im Kampf gegen Dämonen bleibt selten Zeit für einen zweiten Schuss. In den Garnisonen stehen außerdem Arbalesten, schwere Armbrüste auf festen Gestellen. Gegen Dämonen taugen sie wenig, aber ihre Bolzen durchschlagen Rüstungen – und das ist unbezahlbar, wenn auf der anderen Seite Gollochs schwer gepanzerte Krieger stehen.

Paladine

Die Paladine sind Basilea im Kleinen, im Frieden wie im Krieg. Als heilige Männer, ganz den Shining Ones ergeben, verbringen sie ihre Tage in Meditation und Gebet, pflegen Kranke und Arme, lehren, bewahren und verbreiten altes Wissen. Bis die Schlacht sie ruft.

Den ersten Orden gründete vor dreihundert Jahren Oredorus der Reine. Seitdem sind die Paladine so mächtig geworden, dass sie mit den Legionen der Men-at-Arms um den Rang der wichtigsten Streitmacht Basileas wetteifern. Heute sind zahlreiche Kapitel der Oredorianer über die ganze Hegemonie verteilt, jedes jederzeit zum Krieg bereit.

Paladine zu Fuß kämpfen in schweren, verzierten Plattenrüstungen und mit einem wuchtigen Zweihänder namens Sparthion. Andere ziehen auf gepanzerten Streitrössern in den Kampf, mit Schild und langer Lanze – ihre Attacken haben schon so manche Schlacht gewendet. An der Spitze jedes Kapitels steht ein Hochpaladin: Krieger, Stratege und Mönch in einer Person. Die mächtigsten unter ihnen reiten Drachen – mythische Bestien, die sie ihrem Willen unterworfen haben. So stark ist der Glaube Basileas.

Gleich hinter dem Hochpaladin stehen die Kapläne, gesegnet über die anderen Brüder hinaus und im Besitz einer Magie, die stärker ist als die des übrigen Ordens. Und zwischen den einfachen Brüdern und den Anführern des Kapitels finden sich die Verteidiger – Krieger, die selbst unter der Elite herausragen. Jedes Kapitel hat nur ein Dutzend von ihnen und schickt sie nur in der finstersten Stunde in den Kampf. Sie haben eine besondere Eigenschaft: Ist der Krieg, in den man sie schickt, ungerecht, weicht der Segen der Shining Ones rasch von ihnen, und die Verteidiger verlassen das Feld, bevor sie den Zorn der Götter auf sich ziehen. Das ist eine recht wirksame Bremse für einen Hegemon, der sich als zu blutrünstig oder labil erweisen sollte. Die Paladine sind buchstäblich die Lieblinge der Götter.

Die Schwesternschaft

Über die Dörfer und abgelegenen Landstriche Basileas verstreut liegen Klöster vieler Orden. Manche von ihnen nehmen – aus Gründen, die nur sie selbst kennen – ausschließlich Frauen auf. Die Schwestern halten sich fern von belebten Straßen und von der eisernen Hand des Hegemons, doch sie haben den Shining Ones Treue geschworen und damit auch die Verteidigung ganz Basileas.

Die Klöster liegen in der Einöde, also müssen sich die Schwestern selbst verteidigen und schulen ihren Körper ebenso eifrig wie ihre Seele. In der Not stellen sie ihre Kämpferinnen den umliegenden Garnisonen zur Verfügung. Die meisten verzichten zugunsten der Schnelligkeit auf Rüstung und kämpfen als leichte Infanterie, leichte Reiterei, Späherinnen und Saboteurinnen. Am liebsten greifen sie zu schweren Flegeln und Glefen – einer gekrümmten Abart des Koliskos. Kaum eine bleibt lange im Krieg; die meisten kämpfen aus Not oder Pflicht und kehren bald in ihr ruhiges Leben zurück. Die wenigen, die ohne Unterlass kämpfen, sind die Elite, und sie sind es, die an vorderster Front die neuen Akolythinnen ausbilden.

Die Schwestern aus der gebirgigen Provinz Tarkis gelten als die besten Späherinnen und Bogenschützinnen Basileas. Das Heer wirbt eifrig um sie, doch viel nützt ihm das nicht – sie gehen dorthin, wohin die Shining Ones sie führen.

In Tarkis liegen auch die Wälder von Gur, die Heimat der Gur-Panther, deren Grenzen die Schwestern sorgsam bewachen. Aus dem Wald darf nur eine streng festgelegte Zahl junger Katzen geholt werden, damit dieser Schatz niemals versiegt. Von Abrichtern aufgezogen, wird ein Panther fast so groß wie ein Pferd. Mit einer Schwester auf dem Rücken, als leichte Reiterei mit Lanzen oder vor einen schnellen Streitwagen gespannt, ist er noch gefährlicher. Schwester und Panther bilden ein Paar fürs Leben – sie durchlaufen die Ausbildung gemeinsam und kämpfen gemeinsam. Stirbt eines von beiden, findet das andere nie mehr einen neuen Gefährten.

An der Spitze jedes Klosters steht eine Äbtissin – fast immer streng und unnachgiebig. Man gehorcht ihr ohne Murren, denn wer sie im Kampf gesehen hat, weiß, wie grenzenlos sie den Göttern ergeben ist. Mit schwerem Flegel oder gekrümmter Glefe trägt sie das Licht der Shining Ones zu denen, die keinen Glauben haben.

Die Leute des Hegemons

In Basilea zählt Glaube so viel wie Kraft und Feldherrntalent, deshalb führen glühende Anhänger der Shining Ones und des Hegemons die Heere an. Die meisten von ihnen gehören keiner militärischen Formation an – sie werden von denen ernannt, die in der Hauptstadt die Macht haben.

Die mächtigste Truppe unter dem direkten Befehl des Hegemons ist die Palastwache, die ausschließlich aus Ogern in schweren Plattenrüstungen besteht. Selten verlassen sie die Palastmauern – und nur auf ausdrücklichen Befehl des Hegemons. Es gibt schmerzlich wenige von ihnen, deshalb rücken sie nur in wirklich böser Stunde aus. In jede Rüstung sind die Taten all ihrer früheren Träger eingraviert, und wenn wieder einer stirbt, kommen auch seine hinzu. In der Kultur der Oger ist das eine Art Unsterblichkeit, kein Wunder also, dass so viele junge Oger davon träumen, in der Wache zu dienen. Oger, die für Sold nach Süden ziehen, kehren meist irgendwann in den Norden zurück, wenn es Zeit für Nachwuchs ist. Die Basileaner haben jedoch einen Weg gefunden, dafür zu sorgen, dass manche diese Sehnsucht nie verspüren.

Dem Heer folgen Priester, die sich zu verteidigen wissen und das meist tun, während sie nebenbei ihre Götter lobpreisen. Bricht ein Heer zu einem großen Kreuzzug auf, marschieren die Priester Seite an Seite mit der Infanterie – ob eingeladen oder nicht. Viele Heere werden von Diktatoren geführt, den Stimmen des basileanischen Glaubens: Feldherren aus der Priesterschaft, der Schwesternschaft, den Paladinen und sogar aus den einfachen Men-at-Arms. Meist sind es ältere Herren mit ziemlich pompösem Auftreten. Große Krieger sind sie eher nicht, doch ohne sie fänden die basileanischen Legionen nicht den Weg zum Sieg.

In den letzten Jahrzehnten sieht man immer öfter Kriegsmagier auf dem Schlachtfeld. Für die Basileaner gehört Magie zu jedem Bereich des Lebens, also auch zum Krieg. Kriegsmagier gebieten über Feuer und Wetter, und ihre Zauber haben sich gegen die Kreaturen des Abgrunds als besonders wirksam erwiesen.

Nur die tapfersten und tugendhaftesten der jungen Akolythen erhalten die Ehre, die heiligen Ikonen Basileas in die Schlacht zu tragen – goldene Statuen heiliger Helden und Heldinnen oder die Banner berühmter Regimenter.

Engel und Phönixe

Die Elohi sind die Engel der Götter und die mächtigsten Krieger Basileas, herabgesandt vom Gipfel des Kolosu, um das Land zu verteidigen, das die Shining Ones für sich erwählt haben. Sie sind schön über alles menschliche Begreifen hinaus, hochgewachsen und makellos. Aus ihren Schultern wachsen Flügel, und ihre Körper sind in schimmernde Rüstungen aus unbekannten Metallen gehüllt. Ihre Schwerter und Speere erinnern an die schrecklichen Waffen aus der Zeit des Götterkriegs. In der Schlacht sind sie kaum aufzuhalten – im Kampf ebenso furchtbar, wie sie außerhalb davon sanft und barmherzig sind. Jeder von ihnen wiegt Dutzende Männer auf.

Die mächtigsten unter ihnen sind die Ur-Elohi, strahlende Leuchtfeuer des Guten, die die Heere Basileas und seiner Verbündeten aus der Höhe lenken. Um sie ranken sich Legenden. Kurilia, die Phönixjungfrau, führte den Angriff auf die Dämonen bei Baraskoi an. Beraphael machte dem untoten Monstrum namens Gorelord mit einem einzigen Stoß seines leuchtenden Speers den Garaus. Immer wieder haben die Ur-Elohi den Sieg aus dem Rachen der Niederlage gerissen.

Das Symbol Basileas ist der Phönix – Zeichen der Wiedergeburt, des heiligen Feuers und des lodernden Zorns. Die Magier der Hegemonie rufen diese halbmagischen Vögel in den Kampf. Phönixe sind riesige Raubvögel, halb aus Feuer, halb aus Federn. Niemand weiß genau, wie sie entstanden sind – der Legende nach wurden sie aus den heiligen Flammen Fulgrias geboren, der Göttin des Feuers, deren Lieblinge sie sind. Es sind edle Geschöpfe: Sie dienen nur Menschen reinen Herzens, können sprechen und ertragen den Anblick des Bösen nicht.

Fünfter Teil: Helden und Legenden

Feuer zerschneidet man nicht mit dem Schwert

Im Götterkrieg zerfiel die Celestianerin Fotia in zwei Wesen: eine Shining One, die den Namen Fotia behielt, und eine Wicked One namens Prykagia. Sie führten viele Kriege gegeneinander, und zum letzten Zusammenstoß kam es in der Eiszeit, in der Ardovikian-Ebene.

Prykagia hatte ein Artefakt aus magischem Eis an sich gebracht – verderblich für beide, denn beide waren Wesen des Feuers – und wollte damit ihrer hellen Hälfte ein Ende bereiten. An Fotias Seite kämpften ihre sterblichen Anhänger, unter ihnen die Hohepriesterin Irdima. Fotia sorgte sich sehr um ihre Leute und tat alles, um sie zu schützen. Prykagia sah darin eine Schwäche. Sie täuschte einen Hieb gegen Irdima an, und als Fotia sich dazwischenwarf, um sie zu decken, hieb Prykagia sie entzwei – genau wie geplant. Dann verschwand sie in einem Lichtblitz, um irgendwo ihren Sieg zu feiern. Fotias Anhänger flohen voller Entsetzen.

Auf dem Schlachtfeld blieb nur Irdima zurück. Sie hielt die beiden Hälften des Körpers ihrer Göttin in den Armen und weinte. Und da, unter ihren Worten der Liebe und ihren verzweifelten Gebeten, geschah ein Wunder: Keine der beiden Hälften starb. Die eine – die rachsüchtige, kriegerische Seite des Feuers, jene, die Wunden ausbrennt – wurde als Ur-Elohi Jullius wiedergeboren, der Himmelsdrache. Die andere – das Feuer, das nährt, erneuert und reinigt – kehrte als Ur-Elohi Samacris zurück, die Mutter der Phönixe.

So wurde Fotia als Drache und Phönix wiedergeboren. Getrennt sind beide schwächer, als sie einst war, gemeinsam stärker. Ihre Geschichte erzählt man als Gleichnis von der Leidenschaft und von einer Liebe, die sich nicht zerstören lässt, und in Basilea sagt man „Feuer zerschneidet man nicht mit dem Schwert“, wenn man ausdrücken will, dass sich zwei Liebende nicht trennen lassen. Samacris leiht ihre Phönixe übrigens nicht nur Basilea – sie kämpfen auch an der Seite der Salamander, mit beinahe fröhlichem Eifer.

Gnaeus Sallustis

Großmeister der basileanischen Paladine. Sein Anblick auf dem Schlachtfeld ist ein böses Omen für die Feinde Basileas, denn kein Heer unter seinem Befehl hat je verloren. Gnaeus reitet auf einem gewaltigen basileanischen Löwen namens Nakir und kämpft sich durch die feindlichen Reihen zu einem einzigen Ziel: dem Feldherrn auf der anderen Seite.

Schon als Novize zeigte er außergewöhnliches Talent und eine Frömmigkeit weit über sein Alter hinaus. Auf seine Initiationsfahrt wurde er mit vierzehn Jahren geschickt – nie zuvor war jemand Jüngeres ausgesandt worden. Sofort legte er das Gelübde eines Bruders ab, und ein vollwertiger Paladin wurde er, als er auf dem Rücken eines jungen Löwen von der Fahrt zurückkehrte. Heute ist er das Vorbild für alles, was ein Paladin sein sollte: zutiefst fromm, furchterregend im Kampf und gerissen als Taktiker.

Danor und der Geist Valandors

Der Order of the Ardent Light, ein Magierorden aus Golden Horn, führt seine Geschichte wie viele Orden in Basilea auf den legendären Valandor den Großen zurück. Er nimmt nur jene auf, deren Vorfahren an dessen Seite gekämpft haben. Danor sträubte sich lange gegen das Studium, doch als er schließlich in den Orden eintrat, erwies er sich als außergewöhnlich begabter Schüler.

Alles änderte sich mit der Expedition in die Ruinen von Du'Lan. Danor brach dorthin auf, um Mortibris zu verfolgen – einen Nekromanten, der einst selbst Schüler des Order of the Ardent Light gewesen war, dann aber vom rechten Weg abkam und nach dem legendären Folianten Valandors suchte. Mortibris wollte damit Ba'el befreien, den Valandor vor Jahrhunderten in einem Labyrinth unter den Ruinen von Du'Lan eingekerkert hatte. Aufgehalten wurde er von einer Handvoll Wagemutiger, die der Rat der Herrscher Basileas auserwählt hatte. In den Ruinen begegnete Danor dem noch immer lebendigen Geist Valandors. Seitdem versteht er etwas vom großen Krieg zwischen Gut und Böse, das anderen verborgen bleibt – und kann in höchster Not den Geist Valandors aufs Schlachtfeld rufen. Über das, was er dort erlebt hat, spricht er wenig. Er geht seinen eigenen Weg, einem Schicksal entgegen, das außer ihm niemand sieht.

Ecquitar von Tarisios

Nova Ardovikio ist eine der entlegensten und weitläufigsten Provinzen Basileas, das Tor zu den Jungen Königreichen, den Nachfolgekönigreichen und den Lehnsländern des alten Primovantor. Ihr Herz ist die Handelsstadt Tarisios – von der Hegemonie gut beschützt. Vor sterblichen Feinden.

In einem harten Winter, als der Schnee viele Dörfer der Umgebung abgeschnitten hatte, begannen die Albträume. Zuerst auf dem Land, dann in der Stadt selbst. Die Menschen träumten von Schattenbestien, gespenstischen Hunden und, am schlimmsten, von vieläugigen Tentakeln, die lautlos in der Dunkelheit schwebten. Die Paladine des Hegemons begriffen, dass etwas Böses vor sich ging, und hatten zunächst die Magie des Abgrunds im Verdacht. Unterdessen erloschen Dörfer, Gehöfte und Wachtürme nacheinander wie Kerzen. Boten machten vor Wänden aus unnatürlichem, tintenschwarzem Nebel kehrt – wenn sie überhaupt zurückkamen.

Eines Nachts kam der Schatten von allen Seiten zugleich: Er sickerte aus dem Boden, floss von den Copper Hills herab, kroch zwischen den Bäumen von Galahir hervor. Wer ihn ansah, erkannte darin die Ungeheuer aus seinen Träumen, und jedes angstvolle Schluchzen ließ das Schattenheer wachsen. Der Kommandant der Garnison, Hochpaladin Ecquitar, führte die Wache dennoch vor die Mauern. Die Nightstalkers zerfleischten die Verteidiger, bis nur noch die Paladine und die Schwestern übrig waren – ein Kreis aus Licht in endloser Finsternis.

Ecquitar bemerkte, dass die Kreaturen mit jedem Schritt, den er vorwärts tat, schwächer wurden und dass bei jedem Gebet einer der Schatten flackerte, als würde er gleich verlöschen. Er begriff, dass gegen diese Wesen Mut die einzige sichere Waffe war. Er befahl den Paladinen, einen stählernen Ring um die Schwestern zu bilden, und den Schwestern, nicht mehr zu kämpfen, sondern zum Ruhm der Elohi zu singen. Die Paladine fielen einer nach dem anderen, und schließlich erreichten die gespenstischen Fänge auch die Schwestern. Doch sie zeigten keine Angst. Sie sangen weiter.

Und sie wurden erhört. Über Tarisios zog eine Engelsschar hinweg, hell wie der Morgen. In ihrem Glanz fanden die Soldaten ihren Mut wieder, und die Bürger griffen zu Äxten und Fackeln und eilten zu Hilfe. Waffen, die zuvor spurlos durch die Schatten gefahren waren, verwundeten nun. Ecquitar kämpfte sich bis ins Herz der Horde vor, zu dem Wesen aus der Leere, das ihm seine tiefsten Ängste zuflüsterte und sich in Dinge verwandelte, die er lieber nie gesehen hätte. Es erwischte ihn mit Klauen aus reiner Dunkelheit – und er schlug trotzdem noch einmal zu. Das Wesen kreischte so laut, dass sich die Schatten zu zerstreuen begannen. Im Morgengrauen war vom Feind keine Spur mehr.

Für Ecquitar war es jedoch erst der Anfang. Im Kampf mit jenem Wesen hatte sich etwas in ihm verändert. Er spürte eine Dunkelheit in sich, einen Keim des Bösen und der Angst, der an seinem Glauben nagte. Er wusste es. Und aus Scham sagte er niemandem etwas …

Sechster Teil: Neue Grenzen

Brothermark

Nördlich von Basilea, dem Abgrund gegenüber, stand jahrhundertelang die Bruderschaft – ein Volk, das Generation um Generation die Ewige Wache über dem Herzen des Bösen hielt. Basilea begegnete ihr kühl, ja herablassend, und „Missverständnisse“ wurden bisweilen auf dem Schlachtfeld ausgetragen. Die Nähe des Abgrunds hielt beide Länder jedoch wirksam von einem offenen Krieg ab.

Als der Abgrund zuletzt seine Dämonenlegionen ausspie, fing die Bruderschaft den ersten Schlag ab, und nach der Flutung des Abgrunds blieb von ihren Ländern und Festungen wenig übrig. Basileanische Politiker warben rasch um die Gunst der überlebenden Exemplars, der Anführer der Bruderschaft. Sie boten an, deren Festungen wiederaufzubauen – schließlich mochte das Erlöschen des Abgrunds nur vorübergehend sein. Der Preis dafür: Die Bruderschaft würde sich mit der Hegemonie nicht so sehr verbünden, als vielmehr ein Teil von ihr werden.

Ein Teil der Ritter willigte widerstrebend ein. So entstand der Order of the Brothermark, dem man die Länder an der Grenze zu Tragar überließ, die Brothermark genannt werden. Etwas mehr als die Hälfte seiner Streitmacht stellen Paladinkapitel und Garnisonen von Men-at-Arms aus den Provinzen Nova Ardovakio und Solios. Die einstigen Ritter der Bruderschaft wurden Paladine oder Sergeanten in den Legionen. Einige Traditionen der Bruderschaft haben überdauert, doch niemand zweifelt daran, wo die wahre Macht liegt. Der Order of the Abyssal Hunt dagegen hat sich beträchtliche Unabhängigkeit bewahrt – seine Ritter sind darauf spezialisiert, große Ungeheuer aufzuspüren, und das basileanische Oberkommando weiß ihre Fähigkeiten zu schätzen. Heute wehen über den Türmen von St. Victor Dupont die Wimpel des Order of the Brothermark, der Wache gegen die Mächte des Bösen hält.

Diese Wache ist nötig. Legionen von Riftforged-Orks haben Brothermark vor Kurzem mit einer Wucht angegriffen, wie sie die Basileaner seit über hundert Jahren nicht erlebt hatten. Zwei Festungen der Wachlinie der Bruderschaft sind bereits gefallen, und es ist nicht gelungen, die Orks daraus zu vertreiben.

Vorerst

An Feinden mangelt es Basilea nicht. In der Provinz Cortia und weiter südlich bis nach Amuklai verbreitete Brood Mother Cryza, eine Ratkin, Angst und Schrecken. In den Katakomben unter den vielstöckigen Städten der Hegemonie sammeln sich Nekromanten, und geheime Trupps von Paladinen ziehen in die Ruinen des alten Primovantor aus, um sie zu jagen. Es gehen auch Gerüchte um, einer der Lichkönige, die man bisher für einen Mythos hielt, sei zurückgekehrt – und habe den Blick auf seine alten Feinde in Basilea gerichtet.

Und doch besteht Basilea fort. Allein seine Heere würden es ihm erlauben, Jahrhunderte als eine der großen Mächte Pannithors zu überdauern. Nimmt man die Heerscharen der Shining Ones hinzu – Elohi, die neben den Soldaten marschieren, lebendige Verkörperungen göttlichen Zorns, von denen jede Dutzende Männer aufwiegt –, scheint die Herrschaft von Golden Horn ewig. Kein Wunder, dass Basilea ebenso selbstgefällig wie glaubensglühend ist. Es gibt auf der Welt schlicht keine Macht, die sich mit ihm messen könnte.

Vorerst.

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